Wissen Sie, wie die Tatra ihren Namen bekam? Zwei Einheimischen machten einen Spaziergang in der Gegend und zählten die Tatraspitzen: so 1, so 2, so 3 (ta tri = im Ortsdialekt). So könnten wir mit der Geschichte beginnen, falls wir komisch sein wollten.

Der Name „Tatry“ kommt wahrscheinlich vom altslawischen Namen „Tritri“, was Felsen oder Felsenspitzen bedeutet. Auf alten Landkarten wurde unser kleinstes Hochgebirge mit einem deutschen Namen bezeichnet – Schneeberg, da die Schneedecke in der Tatra länger als in der Umgebung hält.

Haben Sie schon von dem Tatradinosaurier gehört?

Im Jahre 1977 hatten zwei Geologen Glück, als sie sich in das Tal Tichá dolina in der Tatra begaben, um dort ein paar Proben zu entnehmen. Sie entdeckten etwas, was in der Gegend schon vor 200 Millionen Jahren gelebt hatte. Sie fanden nachweisbare Beweise, dass in diesem Territorium 2,5 m-hohe Dinosaurier gelebt hatten und die Tatra damals eine Insel gewesen war. (TIPP: Der Tatradinosaurier lebt! Seine Rekonstruktion können Sie in der paläontologischen Exposition des Slowakischen Nationalmuseums in Bratislava bewundern.)

Wie die slowakischen Alpen entstanden?

Die Hohe Tatra wird mit Recht als „Miniaturalpen“ bezeichnet, denn das slowakische Gebiet (ung. 260 km2) bietet außer Gletscher alles, was für Alpenmassive typisch ist. Der Hauptgebirgskamm ist 26 km lang und zieht sich von Ľaliové sedlo (Sattel) im Westen bis zu Kopské sedlo im Osten. Die meisten Täler waren zu Eiszeiten vergletschert und bekamen so ihren typischen Gletschercharakter. Die Belaer Tatra erstreckt sich auf einer Fläche von 67,5 km2 und ist typisch für ihre stufenartigen Berghänge. Der 14 km-lange Gebirgskamm ist im Norden mit der sog. Podtatranská brázda abgegrenzt. Die Belaer Tatra wird vom Tatrakarst gebildet, der unter der Erde mehrere Höhlen formte (die Belaer Höhle – die einzige öffentlich zugängliche Höhle und zwei anderen Höhlen - Alabastrová und Ľadový sklep).Die Westliche Tatra trug den Namen „Liptauer Haufen“ in der Vergangenheit, was deren östlichem Teil völlig entsprach. Der Hauptgebirgskamm ist 32 km lang und ist ziemlich zackig. Der schönste Teil der Westlichen Tatra sind die sog. Roháče, die den Teufelshörnern ähnlich sind (Hörner – „rohy“ auf Slowakisch).

 

Die Region der Tatra ist mit Bergen von Oravská Magura, Chočské und Levočské vrchy, Pieniny und der Niederen Tatra begrenzt. (TIPP: Interessante Oberflächenformen, die sog. Travertine, sind sehr beliebt bei Touristen. Zu den bekanntesten zählen Travertine in der Nähe von Bešeňová, im Kurort Lúčky, oder in Vyšné Ružbachy, wo sich auch ein runder See – „Kráter“ bildete.)Die Tatrabergseen entstanden, als Wasser von geschmolzenen Gletschern verschiedene Terrainvertiefungen ausfüllte. Der Bergsee Štrbské pleso entstand aber ein bisschen anders – das Wasser füllte eine Moränevertiefung aus, nachdem Eis im inneren geschmolzen hatte. Die Region ist reich an Mineral- und Thermalquellen, die heilende Wirkungen haben. Manche Leute glauben sogar, dass sie auch magische Wirkungen haben. Direkt in der Tatra sprudeln ein paar Quellen (fünf in Starý Smokovec, drei in Dolný Smokovec, kalte Sauerbrunnen in Tatranské Matliare, Kežmarské Žľaby und Lendak).

 

Lebende Symbole der Tatra

Braunbär, Steinadler, Tatramurmeltier oder Bachforelle sind Tiere, die ihr Heim in der Hohen Tatra fanden. Das Symbol der Tatra ist die Tatragämse, mit einer Anzahl von ung. 900 Stück.

Neandertaler von Gánovce, der bekannteste Mensch bei uns

Dieser älteste bekannte Einwohner von Gánovce lebte in der Nähe einer Thermalquelle vor ung. 120 Tausend Jahren. Es wird angenommen, dass er von Gasen aus der Quelle berauscht wurde und ertrank. Ein Originalabguss seines Hirnschädels befindet sich im Nationalmuseum in Prag, eine Kopie ist im Podtatranské Museum in Poprad zu finden.

Urzeitliche Hüttenarbeiter und Marcus Aurelius

Im 19. Jahrhundert gruben Arbeiter Fundamente bei Nový Smokovec aus und fanden eine silberne Münze mit einer Abbildung des römischen Kaisers Marcus Aurelius. Ein paar Jahre später fanden Archäologen in der Nähe von Tatranská Polianka urzeitliche Überreste eines Ambosses. Nach historischen Quellen war die Tatra im 8. – 10. Jahrhundert ein Niemandsland. Im 12. Jahrhundert wurde die Zipser Region von deutschen Bauern, Händlern und Bergarbeitern besiedelt. Im 13. Jahrhundert wurde dann die Tatra in Parzellen aufgeteilt, als Vertreter des damaligen Adels und der Religion Besitz und Land zwischen sich zu teilen pflegten. Viele spukhafte Geschichten wurden über die Tatra erzählt, mit Drachen und anderen Gespenstern. Trotzdem gab es ein paar Leute, die keine Angst hatten um in die Tatranatur einzutreten und deren Schönheiten zu bewundern. Täler und Felsenriffe wurden vor allem von Kohlenträgern, Schatzsuchern und Jägern bestiegen, später auch von lokalen Adeligen. Dichte Tatrawälder boten Zuflucht für Räuber und Deserteure, Schmuggler oder Leibeigene. Man glaubt noch heute, dass in der Tatra Schätze des berühmten Räubers Juraj Jánošík versteckt sind.

Entdecker der Tatra

Das 16. Jahrhundert kann man mit der Entdeckung der Tatra und ersten Touristenwanderungen verbinden. Alles begann mit einer Frau, der Burgfrau von Kežmarok, Beata Laská, die bis zum Zelené pleso (Bergsee) aufstieg. Den ersten Aufstieg auf eine Tatraspitze beschrieb der Mathematiker und Astronom David Frὅhlich, der wahrscheinlich auf Kežmarský štít (Kesmarker Spitze) aufstieg. Seine Notizen bilden eine aufregende Geschichte über eine 3-Tage-Wanderung durch die Karpaten. Am Anfang des 18. Jahrhundert tobten in der Gegend Hunger und Pest. Erst mit einem späteren Wirtschaftsaufschwung wachte die Tatra wieder auf und das 19. Jahrhundert ist so mit Entwicklung von Tatraortschaften verbunden. Dies lief schnell auch dank der neugebauten Bahn Košice-Bohumín. 

Die Bahn brachte Fortschritt in die Tatra

Der erste Zug kam im Poprader Bahnhof am 8. Dezember 1871 an und die Tatra wurde danach von Massen von Touristen und Kurortgästen besucht. Die älteste Tatraortschaft ist Starý Smokovec, wo sich Graf Csáky ein kleines Jagdhaus bauen ließ (1793). Als zweite in der Reihe wuchs unter der Tatra die Ortschaft Štrbské Pleso auf, wo eine Jagdhütte gebaut wurde (1872). Tatranská Lomnica wird erst im Jahre 1892 erwähnt. Am Anfang des 20. Jahrhunderts war die Tatra ein beliebtes und ausgesuchtes Touristen- und Rekreationszentrum. Das erste Auto kam in die Tatra in 1900 mit der sog. Cesta Slobody (Straße der Freiheit) und zwölf Jahre später auch der erste Bus. Der Zugang für Touristen wurde mit der Eisenbahn und Standseilbahn von Starý Smokovec auf Hrebienok noch verbessert.

Kurorttradition in der Tatra und Jiří Wolker

Die Geschichte der Balneologie begann in Starý Smokovec am Ende des 19. Jahrhunderts. Nový Smokovec wurde zum Hauptzentrum mit verschiedenen Pavillons für die Heilung von Respirationskrankheiten. Weitere Heilanstalten entstanden in Štrbské Pleso, Tatranská Polianka und Vyšné Hágy. Mit schwerer Tuberkulose wurde hier auch der Autor seines eigenen Epitaphs geheilt: „Hier ruht der Dichter Jiří Wolker. Er liebte die Welt, zog aus, für das Menschenrecht zu schlagen. Bevor er noch das Herz, das Blanke, zückte, lag er, kaum Vierundzwanzig, auf dem Schargen.“

Tatrahütten und Bergführer

Die meisten Leute waren fasziniert vom Wandern. Dafür waren aber Touristenpfade nötig sowie Dienstleistungen einheimischer Bergführer. Am Anfang wurde dies vom Ungarischen Karpatenverein gesichert, der ältesten Touristenorganisation in Österreich-Ungarn. Die Entwicklung der Hochgebirgstouristik führte zum Aufbau von Touristenhütten. Die älteste von ihnen stammt vom Jahr 1863 und heißt Rainer-Hütte. Die Téry-Hütte im Tal Malá Studená dolina befindet sich in einer Höhe von 2015 m ü.d.M. und ist damit die höchstgelegene Tatrahütte mit Ganzjahresbetrieb. Höher liegt nur eine Hütte, die Hütte unter Rysy, die aber einen eingeschränkten Betrieb hat.

Nachkriegsleben

Nach dem Ende des 1. Weltkrieges bildeten die Tatrabewohner den sog. Klub Tschechoslowakischer Touristen, dessen Vertreter Miloš Janoška die erste Monatszeitrift über Touristik und Landeskunde – Schönheiten der Slowakei und Hohe Tatra gründete. Die Zeitschrift existiert bis heute. Der 2. Weltkrieg verursachte ernsthafte Schäden in der Region. Viele Industrieobjekte wurden zerstört. Später, in kommunistischen Zeiten, entstanden in Ortschaften unter der Tatra LPGs und Volksgüter. Nachdem das kommunistische Regime gefallen war, begann eine neue Ära des gesellschaftlichen Lebens in der Tatra.

Sport und Weltmeisterschaften

Auch Wintersportaktivitäten haben eine reiche Geschichte unter der Tatra. Der erste echte Skifahrer unter der Tatra hieß Mikuláš Szontagh. Er war ein Arzt und benutzte Skier bei der Jagd im Jahre 1876. Ein paar Monate später fand beim Bergsee Štrbské pleso der erste Skikurs statt. Und man konnte wetteifern. Alpines Skirennen, Langlauf oder Skisprung auf hölzernen Skisprungschanzen lockten viele Touristen in die Tatra an. Mit dem Jahr 1970 kam eine Wende in die Tatra – Nordische Ski-Weltmeisterschaften fanden hier statt. Diese Sportaktivität hatte einen enormen Einfluss auf Modernisierung und Aufbau der Skizentren in der ganzen Hohen Tatra.

Das traurigste Ereignis in der Tatra – Kalamität

Der 19. November 2004 war ein Tag, der nicht nur die Einheimischen hart auf die Probe stellte, sondern auch Besucher und Bergfreunde, die sich von Folgen dieses schrecklichen Sturms erholen mussten. Der Wind mit einer Geschwindigkeit zwischen 170 und 200 km/St. ließ nach ein paar Stunden eine richtige Verwüstung hinter sich, mit 2,7 Millionen Quadratmetern gebrochener Wälder. Diese Naturkatastrophe beeinflusste alle landschaftlichen Komponenten und zwar negativ. Der Wald erholt sich sehr langsam und dazu wird er von einem neuen Unheil gequält – übermäßig vermehrtem Borkenkäfer nach der Kalamität.

Interessantes

Smokovce – Die älteste Tatraortschaft entstand bei Sauerbrunnen im Jahre 1793, als hier Graf Stephan von Csáky seine Jagdhütte bauen ließ. Es geht die Rede, dass sich der Graf auf eine Jagd begab und ein junges Mädchen traf. Dies wollte gerade seinen Durst mit frischem Wasser stillen. Csáky sprach Sie auf Deutsch an: „Schmeckt es dir?“ Die Ortschaft wurde also „Schmeks“ genannt, was nicht weit vom heutigen Smokovec war. Der lokale Sauerbrunnen wurde dann nicht nur als leckeres Getränk bevorzugt, sondern auch bei Hydrotherapie und in klimatischen Kurorten benutzt. Das gesellschaftliche Leben war damals mit regelmäßigen Bällen verbunden, die jeden Juni in Smokovec organisiert wurden und die Sommersaison in Kurorten begannen. Lokale Adelige fuhren gern in die Tatra mit Pferdedroschken, die aber im Jahre 1908 ihr Monopol verloren. Die erste elektrische Bahn zwischen Poprad und Starý Smokovec öffnete endgültig das Tor in die Hohe Tatra. Die Enzwicklung von Starý Smokovec wurde vor allem von Ján Rainer beeinflusst, dem  Ortschaftsmieter zwischen 1833 - 1867. Zu dieser Zeit wurden Objekte wie Vila Flóra, Švajčiarsky dom (Schweizer Haus) und Bellevue gebaut, die auf ihren heute noch ursprünglichen Stellen stehen. Das erste Grandhotel der Tatra entstand im Jahre 1904. Um Touristen anzulocken fing man mit regelmäßigen Wintersaisonen an, die eine breite Skala von Sportmöglichkeiten baten und dazu auch Verbindung zu Hrebienok mit der Standseilbahn seit 1908.

Nový Smokovec wurde aufgebaut, nachdem es Doktor Mikuláš Szontagh nicht gelang Badekuren in Starý Smokovec durchzusetzen. Szontag´s Sanatorium war die erste Heilanstalt für TBC in Österreich-Ungarn. Szontág, ein bedeutender Botaniker, probierte die Wirkung vom lokalen Klima auf seinem eigenen Organismus, da er selbst unter TBZ litt. Um die Jahrhundertwende gab es in Nový Smokovec 38 Gebäude, 26 davon gehörten zum Sanatorium, das insgesamt 340 Betten zur Verfügung hatte. Nach dem Tod des Vaters begann Nikoalus Szontágh mit Modernisierung in Nový Smokovec und erweiterte die Behandlungen (um Basedow und alle Respirationskrankheiten). Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Sanatorium von Nový Smokovec in ein Staatskurort geändert und im Jahre 1995 in eine private Aktiengesellschaft, die eine komplexe Kurbetreuung bietet.

Dolný Smokovec sollte nach erhaltenen Archivmaterialien ein Gegenpol zum prachtvollen Starý Smokovec sein. Ursprünglich war es ein Touristenausgangspunkt für Schulexkursionen. Dieses Projekt scheiterte aber an finanziellen Problemen und Dolný Smokovec begrüßte reiche Oberschichten der damaligen Gesellschaft, die in luxuriösen Villen ihr Urlaub zu verbringen pflegten. Seit 1931 steht hier eine moderne Heilanstalt mit einem chirurgischen Pavillon, die zur Speziellen Heilanstalt für Kindertuberkulose und Respirationskrankheiten gehört.

Horný Smokovec oder Pekná vyhliadka ist die jüngste der vier Smokovec-Ortschaften. Der Baurummel begann hier in 1926, als die ersten Familienpensionen gebaut und nach Ehefrauen deren Eigentümer benannt wurden (Klára, Vlasta, Dagmar und Imra).

Tatranská Lomnica – die östlichste Ortschaft der drei Tatra-Zentren entstand dank unserem Staat, das im Jahre 1892 bewaldete Grundstücke am Fuße der Lomnitzer Spitze für 110 Tausend Kronen kaufte um dort den ersten staatlichen Kurort zu bauen. Ein Jahr später wurde hier Hotel Lomnica gebaut, das größte Hotel in der Hohen Tatra in der Zeit. Diesem folgte später das einmalige Kúpeľný dom (Kurhaus) mit Pool und Hydrotherapie und in 1905 das repräsentative Grandhotel Praha.

 

Beim Grandhotel wurde eine künstliche Rodelbahn gebaut, mit der Länge von 1 172 m und einem Höhenunterschied von 94 m. Die schnellsten Schlitten, die je runterfuhren, hatten eine Geschwindigkeit von 100 km/St. In derselben Zeit wuchsen viele Sportanlagen, eine Skischule, eine Eisfläche und Tenniscourts auf. Skijőring wurde in der Tatra auch beliebt. Diese bekannte Nordwintersportart wurde vor allem bei Besuchern des Grandhotels Praha bevorzugt. Skifahrer wurden von Pferden durch schneebedeckte Straßen gezogen oder mit Pferdeschlitten gefahren. Im 1. Weltkrieg wurden manche Kurobjekte in provisorische Militärkrankenhäuser des Roten Kreuzes oder Heilanstalten für Offiziere geändert. Das attraktivste Touristenziel war aber die Gondelbahn auf Skalnaté pleso und später auf die Lomnitzer Spitze. Am Ende des 19. Jahrhunderts plante man eine meteorologische Station auf einer der Tatraspitzen zu gründen. In den sechziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde Tatranská Lomnica zum Hauptzentrum für Urlaub und Rekreation der Gewerkschaften. Die Weltmeisterschaften in 1970 brachten eine weitere Entwicklung mit sich. Eine neue Gondelbahn von Tatranská Lomnica wurde gebaut, die die alte ersetzte.

Geschichte der Seilbahnen

Die Seilbahn auf Hrebienok wurde im Rahmen des Projekts der Elektrischen Tatrabahn gebaut und im Jahre 1908 in Betrieb gesetzt. Zwei Kabinen mit einer Wagenklasse dienten zum Transport zwischen Starý Smokovec und Hrebienok und überwanden einen Höhenunterschied von 254 m. Die ursprüngliche Strecke der Standseilbahn wurde bis 1967 benutzt. Im Rahmen der Rekonstruktion wurden nach diesem Jahr neue moderne Stationen in Starý Smokovec und Hrebienok gebaut. Die neuste Standseilbahn wurde in 2007 in Betrieb gesetzt und verkehrt wieder als Pendelverkehr. Der Höhenunterschied wurde bei der Rekonstruktion um acht Meter – also auf 246 m verringert.

 

Der Aufbau der Schwebebahn von Tatranská Lomnica auf die Lomnitzer Spitze wurde von dem damaligen Direktor des staatlichen Kurortes in Tatranská Lomnica - Juraj Orságh schon im Jahre 1936 veranlasst. Eine feierliche Eröffnung fand im Jahre 1941 statt. Die Strecke der Seilbahn hat zwei Teile: von Tatranská Lomnica auf Skalnaté pleso mit der Zwischenstation Štart, die in der Vergangenheit als Ausgangspunkt für eine Rodel- und Bobbahn zum Grandhotel Praha diente. Interessant ist, dass das Material für den Aufbau der Seilbahn auf Skalnaté pleso von Pferden hochgebracht wurde und auf die Lomnitzer Spitze von Leuten, die auf die Spitze in die Höhe von 2 634 m ganze 300 Tonnen von Material hochschleppten. Die Seilbahn wurde insgesamt von ung. 70 Leuten aus Lendak, Spišská Belá und Kežmarok gebaut. Bis zu 36 Träger trugen ein Montageseil auf die Spitze in ihren Händen. Stationen der Seilbahnen wurden aus Felsen von einem naheliegenden Steinbruch gebaut. Die Seilbahn wurde mehrmals rekonstruiert und modernisiert, das letzte Mal im Jahre 1992.

 

Golf unter der Tatra

Das Golfareal Black Stork Veľká Lomnica knüpft an eine lange Golftradition in der Hohen Tatra an. Zum ersten Mal wurde Golf unter der Tatra im Jahre 1906 gespielt, als Tatranská Lomnica eine beliebte Stelle für Wochenendeurlaub des oberungarischen Adels war. Ein echter 9-Höhlen-Golfplatz wurde in Jahren 1908/09 gebaut. Der Golf kam in die Tatra in 1999 zurück, als eine Trainingswiese errichtet wurde. Der erste professionelle 9-Höhlen-Golfplatz wurde in 2005 geöffnet und gehört zum heutigen 27-Höhlen-Golfareal.

Štrbské Pleso – Das Fremdenverkehr kam in diese Gegend am Anfang des 19. Jahrhunderts. Eine wichtige Rolle spielte dabei der Aufbau der Eisenbahn Košice-Bohumín, die zur Entwicklung des Fremdenverkehrs deutlich beitrug. Die Gäste wurden vom Bahnhof zum Bergsee und zu Hütten mit einheimischen Pferdedroschken gefahren und die Straße zu Štrbské Pleso wurde auch für Transport von Eis benutzt, das zur Abkühlung von Getränken dienen sollte. Im Winter wurde das Eis von Štrbské pleso mit der Zahnradbahn transportiert. Bis zu 25 Wagen wurden so täglich mit der Eisenbahn Košice – Bohumín nach Budapest geliefert. Förderung und Verkauf von Eis endete am Anfang des 20. Jahrhunderts, als Štrbské Pleso in die Hände des Staates kam.

Štrbské Pleso wurde zum Kurort im Jahre 1885, als damalige Unterkunftseinrichtungen heilende balneologische Prozeduren anboten. In 1900 entstand auf dem Gebiet des ehemaligen Torfstichs der sogenannte Nové Štrbské pleso (Bergsee). In 1906 baute eine Gesellschaft aus Brüssel am Ufer des Bergsees Štrbské pleso ein Hotelkomplex, das heutige Grand Hotel Kempinski High Tatras. Die Bedeutung von Štrbského Plesa stieg nach dem 2. Weltkrieg, als einfache Hütten in luxuriöse Gebäude verändert wurden. Der Aufbauboom begann mit den Nordischen Ski Weltmeisterschaften in 1970. In dieser Zeit wurde auch die

Zahnradbahn modernisiert und elektrifiziert, die die alte Dampfzahnradbahn zwischen Štrba und Štrbské Pleso ersetzte. In Štrbské Pleso wurden in 1925 auch einige Spiele der Europameisterschaften im Eishockey auf dem zugefrorenen See von Štrbské pleso gespielt. Und auf den Skisprungschanzen fanden Weltmeisterschaften der Erwachsenen in 1935 und 1970 statt, neun Weltpokale im Skisprung, elf Weltpokale in nordischer Kombination, fünfzehn Kontinentalpokale im Skisprung und sieben Kontinentalpokale in nordischer Kombination. Heute wird der Bergsee von Urlaubern zum Bootfahren benutzt, genau wie vor 130 Jahren.

 

Quelle:

paleolocalities.com; szontagh.eu
Slowakisch-polnische Tatra, Verleger: Dajama 1998; Slowakei – Wanderung durch die Regionen, Verleger: Dajama 2003;
Umwandlungen von Štrbské Pleso – Z. Kollárová, 2011; Geschichte einer Seilbahn (Regie: R. Zabloudil, 2005)
Gemeindebulletin 3, Jahr XI., August 2008 (Zeitschrift für die Einwohner von Štrba, Tatranská Štrba und Štrbské Pleso), Seite 2
Umwandlungen der Tatraortschaften – I. Bohuš Jr. Und Sr., Verleger: I&B, Hohe Tatra 2008